

Geboren am 27. Dezember 1903 in Groß-Steinheim am Main.
Gestorben am 01. Juli 1988 in Mainz; Grab im Dom zu Mainz
1927 Priesterweihe in Mainz Kaplan in Alzey und Mainz St.Ignaz Doktor der Philosophie und der Theologie Habilitation in Münster 1946 Ordentlicher Professor der Dogmatik in Münster 1962 -82 Bischof von Mainz; sein Wahlspruch : "Gott alles in allem" (1.Kor 15,28)
Im Rahmen der deutschen Bischofskonferenz begleitet er die Aufgaben: Vorsitzender der Glaubenskommission Vorsitzender der Liturgiekommission Mitglied der Ökumene-Kommission
1962-66 Teilnahme am II. Vatikanischen Konzil 1973 Ernennung zum Kardinal durch Papst Paul VI 1978 Teilnahme an zwei Konklaven in Rom, in denen Albino Luciani zum Papst Johannes Paul I und Karel Wojtyla zum Papst Johannes Paul II gewählt werden.
16./17.11.1980 Besuch von Papst Johannes Paul II in Mainz.
Hermann Volk ist einer der ersten katholischen Theologen, die ökumenische Theologie lehren. Im Konzil arbeitet er maßgeblich mit an den Konstitutionen:
Lumen Gentium (Kirche), Sacrosanctum Concilium(Liturgie), Dei Verbum (Offenbarung), Unitatis Redintegratio (Ökumene).
Er baut die Freundschaft mit dem polnischen Episkopat aus und trägt viel zur Versöhnung mit Polen bei (1977 Vortragsreise durch Polen).
Am 05. Dezember 1964 wird Hermann Volk zum Ehrenbürger der Stadt Steinheim ernannt. Während seiner Bischofszeit und auch danach besucht er immer wieder seine Geburtsstadt Steinheim nicht nur bei offiziellen Anlässen sondern auch als Privatmann, als Steinheimer.
Am 23.Juni 1973 zelebriert der Kardinal das Festamt zum Patronatstag in der Alten Pfarrkirche, hält die Festrede beim Johannisfeuer.
Der Turm der Alten Pfarrkirche ist Mittelpunkt seines Wappens; sein Brustkreuz ist aus Steinheimer Achat gefertigt, ein Kunstwerk von Rudi Krammig.

Hermann Volk wurde am 27.12.1903 im damaligen Groß Steinheim (1938 mit Klein Steinheim zur Stadt Steinheim vereinigt und heute Stadtteil von Hanau) geboren.
Sein Elternhaus stand in der Ludwigstrasse.
Hermann Volk ging in Steinheim in die Volksschule und später in Offenbach auf das Gymnasium.
In einer "Erinnerung" an seine ehemalige Heimatpfarrei beschrieb er eine Episode auf dem Schulweg zum Bahnhof : "Damals konnte man noch von der Fahrradhandlung Herty (Anm.: In Höhe der heutigen Karl-Brodrück-Strasse) aus sehen, ob das Einfahrtssignal am Anfang der Brücke auf der Hanauer Seite für den Zug schon gezogen war; dann konnten wir im Laufschritt den Zug noch erreichen". Sein Vater, Philipp Volk, war von Beruf Sattlermeister. Hermann Volk hatte drei Geschwister: Walburga, Georg (später ein bekannter Offenbacher Arzt) und Emmy Katharina.
Am 02. April 1927 wurde Hermann Volk durch Bischof Hugo in Mainz zum Priester geweiht.
Am 01. Mai 1927 trat er seine erste seelsorgerische Stelle als Kaplan in Alzey an. Nach einer weiteren Stelle als Kaplan in Mainz St. Ignaz wurde Hermann Volk am 01. Mai 1935 von der Diözese beurlaubt zu Studien in Freiburg (Schweiz) und Münster (Westfalen). Am 12.10.1938 wurde er in Freiburg (Schweiz) zum Doktor der Philosophie promoviert, sein Thema: "Die Kreaturauffassung bei Karl Barth".
Nach einer Aushilfetätigkeit (Vicarius substitutus) in der Pfarrei in Nidda/Hessen wurde er am 18.09.1939 mit dem Thema "Emil Brunners Lehre von der ursprünglichen Gottebenbildlichkeit des Menschen" zum Doktor der Theologie in Münster/Westfalen promoviert.
Es folgten wieder Aushilfetätigkeiten in Offenbach St Paul und Gau Odernheim sowie als Pfarrkurat in Nidda.
Am 20. März 1943 habilitierte er sich in Münster/Westfalen bei Prof. Michael Schmaus mit dem Thema : "Emil Brunners Lehre von dem Sünder".
Im Oktober 1945 erhielt er eine Vertretungsstelle an der Universität in Münster, bevor er am 11. August 1946 ordentlicher Professor für Dogmatik an der Universität Münster wurde, deren Rektor er 1954/55 war.
Am 25. Februar 1956 erfolgte seine Ernennung zum "Päpstlichen Hausprälaten" und
am 25. März 1962 ernannte ihn Papst Johannes XXIII., nach Wahl durch das Mainzer Domkapitel am 03. März 1962, zum Bischof von Mainz, die Bischofsweihe erfolgte am 05. Juni 1962 im Mainzer Dom.
Im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz übernahm er folgende Aufgaben:
August 1962 bis September 1982 Mitglied der Glaubenskommission
1969 bis 1978 Vorsitzender der vorher genannten Kommission
Sept. 1964 bis März 1976 Mitglied der Liturgiekommission
1964 bis 1969 Vorsitzender der genannten Kommission
ab August 1962 Mitglied der Ökumeme-Kommission
März 1968 bis Mai 1976 Mitglied der Kommission für Wissenschaft und Kultur
Weitere Lebensdaten nach der Ernennung zum Bischof von Mainz:
01.04.1963 Honorarprofessor an der Universität Mainz
05.12.1964 Ehrenbürger von Steinheim am Main
05.03.1973 Ernennung zum Kardinal durch Papst Paul VI. (Titelkirche in Rom: St. Fabianus und St. Venantius)
27.12.1973 Verleihung des Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
03.06.1975 Ehrenbürger der Stadt Mainz
21. bis 25.11.1977 Vortragsreise in Polen
26.08.1978 Konklave mit der Wahl Johannes Paul I.
24.09.1978 Besuch der polnischen Kardinäle Wyszynski und Wojtyla in Mainz
14. bis 16.10.1978 Konklave mit der Wahl Papst Johannes Paul II.
06.12.1978 Verleihung des Großkreuzes des Malteserordens
27.12.1978 Verleihung des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
16./17.11.1980 Besuch Papst Johannes Paul II. in Mainz
Hermann Kardinal Volk starb am 01. Juli 1988 in Mainz und erhielt seine letzte Ruhestätte im Mainzer Dom
Am 27.12.2003 wäre Hermann Kardinal Volk 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlaß feiert Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, der Nachfolger von Bischof Volk, an diesem Tage um 16 Uhr ein Pontifikalamt in der Steinheimer Marienkirche. Die Pfarrei St. Johann hat eine Ausstellung vorbereitet, die an das Wirken von Kardinal Hermann Volk und seine Verbundenheit zu seiner Heimatgemeinde erinnern soll. Kardinal Lehmann eröffnet um 18 Uhr die Ausstellung in der Alten Pfarrkirche, in der Kardinal Volk getauft und gefirmt wurde, seine erste Heilige Kommunion und im April 1927 ein Primizamt feierte.
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| Autorin: Carola Hartl |  | © 2003 Online-Steinheim - ® Alle Rechte vorbehalten. |
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